Leitbild des St. Bonifatius Hospitals
Präambel
Der eingetragene Verein St. Bonifatius Hospital, Lingen e.V. betreibt als freigemeinnütziger kirchlicher Träger zwei Allgemeinkrankenäauser sowie verschiedene ambulante und stationäre Einrichtungen der Altenpflege und Altenhilfe. Als katholische Einrichtung ist der Verein Mitglied des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück.
Die Caritas ist eine Lebens- und Wesensäußerung der katholischen Kirche. Die dem Deutschen Caritasverband angeschlossenen Einrichtungen dienen dem Werk christlicher Nächstenliebe und erbringen soziale Dienste mit und für Menschen.
In der Verkündigung Jesu erkennen wir unseren Auftrag, uns ganzheitlich für das Heil der Menschen einzusetzen. Folglich dürfen Menschen, die unsere Einrichtungen aufsuchen und unsere Dienste in Anspruch nehmen, von uns nicht nur eine auf der Höhe der Zeit stehende medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung erwarten, sondern sie sollen vielmehr in unserem Handeln die christliche Nächstenliebe spüren und den christlichen Glauben als Lebenshilfe erfahren. Dementsprechend bemühen sich Dienstgeber, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Dienstgemeinschaft auf der Grundlage des Evangeliums und des christlichen Menschenbildes zu leben und zu arbeiten.
Das nachfolgende in einem gemeinsamen Prozess von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Verantwortlichen im Verein erarbeitete Leitbild beschreibt Ziele, Aufgaben, Tradition und Selbstverständnis des Vereins St. Bonifatius Hospital in Lingen und wird durch das Leitmotiv
''Im Dienst am Nächsten''
prägnant und allgemein verständlich zum Ausdruck gebracht. Es dient als Orientierung und Richtschnur für das Leben und Arbeiten in unseren Einrichtungen. Es vermittelt der Öffentlichkeit ein klares Bild über den Verein und bietet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Möglichkeit zur Identifitkation.
Lingen (Ems), im März 2004
Kuratorium des St. Bonifatius Hospital e.V.
Leitbild
Der St. Bonifatius-Hospital e. V. und seine Ziele
Für den Verein St. Bonifatius-Hospital, sein Kuratorium und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist immer der Wert und die Würde menschlichen Lebens Maßstab des Handelns. Als Dienstgemeinschaft haben wir uns das Ziel gesetzt, Patientinnen und Patienten ohne Ansehen von persönlichen oder weltanschaulichen Ansichten zu behandeln und zu pflegen.
Deshalb nehmen wir uns aller Patientinnen und Patienten, Pflege- und Hilfsbedürftigen sowie deren Angehörigen und Besucher gleichermaßen an, unabhängig von Religion, Volkszugehörigkeit, Geschlecht oder gesellschaftlichem Ansehen. Wir informieren und beraten die Patientinnen und Patienten, die Pflege- und Hilfsbedürftigen als unsere Partnerinnen und Partner so umfassend wie möglich. Im Rahmen unserer Wertvorstellungen respektieren wir den Willen der Patientinnen und Patienten.
Unsere Dienstgemeinschaft tritt dafür ein, dass der Mensch das Recht hat geboren zu werden, menschenwürdig zu leben, in seiner Krankheit geheilt und gepflegt und im Alter begleitet zu werden sowie in Würde zu sterben. Eine direkte Beihilfe zum Tod lehnen wir als Widerspruch zur christlichen Glaubenslehre ab. Wir setzen uns für eine Medizin ein, die den christlichen Maßstäben entspricht. Dabei beziehen wir notwendige moderne Technik verantwortungsvoll ein und fühlen uns verpflichtet gegenüber dem Leben und akzeptieren das Sterben. In der letzten Phase ihres Lebens lassen wir Sterbende nicht allein. Wir begleiten sie und ihre Angehörigen.
Durch den Wandel in Medizin und Gesellschaft treten zunehmend ethische Konfliktsituationen und Fragen auf. Zur ethischen Orientierung steht den Verantwortlichen im Trägerverein, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Pflegebedürftigen, den Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen ein Ethik-Komitee als Beratungsgremium in der Entscheidungsfindung unterstützend zur Verfügung.
Die Qualität unserer Arbeit wollen wir in einem stetigen Prozeß verbessern. Der wirksame Einsatz aller Ressourcen dient dem Wohl der Patientinnen und Patienten, Pflege- und Hilfsbedürftigen als auch der wirtschaftlichen Sicherung der Einrichtung, um zukünftige Aufgaben erfüllen zu können.
Der St. Bonifatius-Hospital e. V. in Kirche und Caritas
Seit der Gründung im Jahre 1855 durch Dechant Diepenbrock von der Pfarrgemeinde St. Bonifatius ist das St. Bonifatius-Hospital in Lingen fest in der katholischen Kirche und später auch im Caritasverband verankert.
Ob in der ambulanten Pflege, die nach der Gründung zunächst im Mittelpunkt stand, in der stationären Versorgung der Patientinnen und Patienten oder in der stationären Altenpflege, immer bezogen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Motivation aus der Tradition der leiblichen Werke der Barmherzigkeit, in denen die Zuwendung zu den Kranken beschrieben wird: ”... ich war krank und ihr habt mich besucht, ...” s. Mt 25,36. Dass wir uns dieser Tradition verpflichtet fühlen, zeigen wir der Öffentlichkeit durch unser tägliches Handeln. Für diese Tradition steht das Relief des barmherzigen Samariters in unserem Hause.
Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheit als körperliches, geistiges, psychisches und soziales Wohlbefinden. Aufgrund der biblischen Tradition sind wir davon überzeugt, dass der Mensch als Geschöpf Gottes sein Leben vor allem als Beziehungswesen in vier Richtungen verstehen und entfalten kann: in der Beziehung zu sich selbst, zum Nächsten, zur Schöpfung und zu seinem Schöpfer. Leben kann trotz Krankheit, Schwäche oder Hilfsbedürftigkeit im Gelingen aller Beziehungsebenen als sinnvoll erfahren werden. Dazu beizutragen ist für uns alle eine besondere Verpflichtung ganzheitlichen Einsatzes für den Menschen in Krankheit und Hilfsbedürftigkeit.
Der St. Bonifatius-Hospital e. V. in der Gesellschaft
Unter dem Dach des Trägervereins werden der Bevölkerung umfassende Leistungen angeboten, die von der Prävention, der stationären Akutversorgung, der stationären und teilstationären Rehabilitation über die ambulante Pflege und Kurzzeitpflege bis zur stationären Altenpflege reichen. Damit erfüllt der St. Bonifatius-Hospital e. V. einen Versorgungsauftrag, wie er von der Gesellschaft und der Politik gefordert wird.
Die Wirksamkeit dieses Leistungsangebotes wird dadurch verstärkt, dass sich der Verein sowohl am örtlichen Ärztenetz als auch an der ambulanten Notfallversorgung beteiligt. Ferner bestehen Kooperationen mit anderen Leistungsanbietern im Gesundheitswesen. Damit ist ein horizontales wie auch vertikales Netzwerk zum Wohl der Bevölkerung entstanden.
Die Verantwortlichen im Trägerverein sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auch zukünftig bestrebt, der Bevölkerung in Abstimmung mit den Partnern bei den Sozialleistungsträgern ein umfassendes Angebot an Dienstleistungen im Gesundheitswesen zu unterbreiten. Über dieses Leistungsspektrum wollen wir die Bevölkerung im Einzugsgebiet informieren.
Diese Vielfalt an Aufgaben macht es sinnvoll und notwendig, die Erkenntnisse - auch eigene - aus der Beteiligung an Forschung und Lehre, die Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung sowie die Chancen der Ausbildung eigener Nachwuchskräfte zu nutzen. So tragen wir dazu bei, auch zukünftig die bereitstehenden Arbeitsplätze mit entsprechend qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzen zu können.
Die Identität von caritativ ausgerichteten Krankenhäusern, Pflegeheimen und Sozialstationen ist uns ein wichtiges Anliegen. Gemeinsam mit dem Caritasverband und den Krankenhausgesellschaften tritt der St. Bonifatius-Hospital e. V. deshalb dafür ein, dass die Politik auch zukünftig für den Erhalt der Trägervielfalt im Gesundheitswesen sorgt.
Unsere Dienstgemeinschaft
Das Selbstverständnis als caritative Einrichtung soll für und durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spürbar werden. Die Dienstgemeinschaft stellt mehr als die Summe aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. An der Frage, wie wir als Dienstgemeinschaft miteinander umgehen, entscheidet sich, ob unser Auftrag, für Dritte dazusein, mit Leben erfüllt wird.
Der Dienstgeber betrachtet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als sein wichtigstes Potential. Das Verhältnis untereinander ist von wechselseitigem Geben und Nehmen geprägt. Die Mitarbeitervertretung übernimmt im Rahmen der Dienstgemeinschaft eine wichtige Funktion.
Der Dienstgeber bietet im Rahmen seiner Möglichkeiten sichere Arbeitsplätze mit sozial- und leistungsgerechter Vergütung und den gesetzlichen und kirchlichen Sozialleistungen, achtet auf die Gesundheitsvorsorge und auf das Einhalten der Unfallverhütungsvorschriften, gibt einzelnen Hilfestellung in schwieriger sozialer Situation.
Als Dienstgemeinschaft identifizieren wir uns mit den Zielen der Einrichtung und unterstützen diese vor allem mit Kompetenz, Engagement, Initiative, Verantwortungsbereitschaft, Kreativität und einer von Teamgeist getragenen, fairen und kooperativen Zusammenarbeit sowie einem anerkennenden Umgang aller miteinander.
Die verabredeten Ziele innerhalb der Dienstgemeinschaft sollen regelmäßig im Austausch zwischen der Vorgesetzten/dem Vorgesetzten und ihren/seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dahingehend überprüft werden, ob sie noch den Zielen der Einrichtung dienen oder anzupassen sind. Dazu ist die Sachkenntnis und Meinung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in konstruktivem Dialog gefragt.
Die Führung (auf allen Ebenen) innerhalb der Dienstgemeinschaft hat einen entscheidenden Einfluß auf den Erfolg unserer Arbeit. Sie soll dadurch geprägt sein, dass Aufgaben, Befugnisse und Verantwortung einander entsprechen und soweit wie möglich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter delegiert werden, um ihnen persönliche und fachliche Entfaltung zu ermöglichen.
Innerhalb der Dienstgemeinschaft werden Konflikte sachbezogen und versöhnungsbereit gelöst.
Die Dienstgemeinschaft hat eine eigene Kultur des Feierns entwickelt, die sowohl kirchliche als auch hauseigene Feste und Anlässe umfaßt.



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